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Aileen Wuornos (Charlize Theron) verdient sich ihre Brötchen auf dem Straßenstrich. In einer Schwulen- und Lesbenbar lernt sie die naive Selby (Christina Ricci) kennen, in der sie den ersten Menschen in ihrem Leben findet, dem sie etwas bedeutet. Nach einer erfolglosen Jobsuche und mangels Alternativen geht Aileen weiter anschaffen, bis sie eines Tages von einem Freier vergewaltigt und schwer misshandelt wird und ihn erschießt. Sechs weitere Morde sollen folgen, für die Aileen Wuornos im Oktober 2002 in Florida hingerichtet wird...
So viel raubeinige Grobheit hätte man Charlize Theron, die auch als Produzentin an Monster mitwirkte, fast nicht zugetraut. Doch falsche Zähne, fettige Haare, ein fleckiger Teint und die eigens angefutterten 15 Kilo mehr lassen die zierliche Südafrikanerin zum derben Weibsbild werden. Aber es sind nicht nur die Äußerlichkeiten, die überzeugen: Therons ruppige Körpersprache – von der Mimik bis hin zu der Art wie sie raucht oder ihre Haare hektisch zurückschiebt – spiegelt die Nervosität und Unsicherheit Wuornos' perfekt wider. Christina Ricci wirkt in ihrer Rolle als unselbständige und egoistische Freundin dagegen beinahe etwas farblos, auch wenn sie ihren Part glaubwürdig verkörpert. Mit Monster dürfte Theron bewiesen haben, dass sie weitaus mehr kann, als nur hübsche Freundinnen und Ehefrauen zu spielen – diese Anerkennung manifestierte sich bereits in der Auszeichnung mit dem Oscar® als beste Hauptdarstellerin 2004. Ihre grandiose Performance ist es auch, die den Film aus dem Durchschnittsniveau heraushebt. Es wird nicht ganz klar, was Regiedebütantin Patty Jenkins mit ihrem Portrait eigentlich aussagen wollte. Versucht sie, Verständnis oder Mitleid für die abscheulichen Taten zu wecken? Oder will sie einfach die Welt aus der Sicht Amerikas erster Serienmörderin zeigen? Wie dem auch sei, insgesamt bleibt die Regisseurin zu sehr an der Oberfläche. Aileens schreckliche Kindheit in einer zerrütteten und gewalttätigen Familie (Vergewaltigung durch den Großvater, der Vater ein inhaftierter Kinder-Vergewaltiger, das inzestuöse Verhältnis mit ihrem Bruder, Schwangerschaft mit 14, Baby-Strich) sowie ihre nicht unbeachtliche kriminelle Laufbahn vor den Morden wird im Prinzip völlig außer Acht gelassen. Angesichts der Tatsache, dass Jenkins in Vorbereitung auf ihre Arbeit die Briefe las, die Aileen Wuornos aus dem Gefängnis an eine Freundin schrieb, hätte man durchaus eine etwas tiefergehende Charakterstudie erwarten können. Dass sie darüber hinaus der Realität nicht ganz treu bleibt, sorgt für zusätzliche Verunsicherung und Verwirrung beim Zuschauer.
Das Bild der US-DVD ist teilweise verrauscht und wirkt insgesamt blass und farblos. Die Extras erschöpfen sich in einer kurzen Featurette und einem Interview mit der Regisseurin. Da lohnt es sich in jedem Fall, auf die deutsche Special Edition zu warten, die im Oktober als 3er-DVD erscheinen wird und unter anderem die Dokumentation Aileen – Life And Death Of A Serial Killer enthält.
"Verdienter Oscar® für Charlize Theron als weibliche Männer-Mörderin."